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Wiederaufforstung in der Mongolei

Die folgenden Ausführungen dienen dem Zweck der kostenfreien Wissensbereitstellung für den Waldaufbau in der Mongolei.

Einführung
1. „geografischen“ und „Vor-Ort“-Standort auswählen
2. Grundvoraussetzungen am Standort überprüfen u. schaffen
3. Pflege und Betreuung der Wiederaufforstungsfläche

 

Einführung:

Die Mongolei ist ein Binnenstaat zentral Asiens zwischen Russland und China gelegen (nicht umgeben von Ozeanen oder Meeren) mit einer durchschnittlichen Höhe von ca. 1.500 m über dem Meeresspiegel, sodass sich in Bezug zum Thema Wald und Wiederaufforstung besondere globale Einflussfaktoren ergeben.

Abbildung 1. gemäßigte Klimazone der Erde aufgeteilt in die kühlgemäßigte Zone (grün) und die kaltgemäßigte Zone (violett)
Quelle: https://de.wikipedia.org/wiki/Gemäßigte_Zone

Betrachtet man das mongolische Staatsgebiet (siehe Abb. 1) so ist deutlich zu erkennen, dass hier die kaltgemäßigte Zone (violett) vom Norden aus auf die kühlgemäßigte Zone (grün) weiter südlich trifft. Für die Vegetation bedeuten diese milderen bzw. kühleren Temperaturen, dass hauptsächlich Nadel-, Misch- und Laubwälder auftreten (da diese Baumarten hier besser an das Klima angepasst sind als bspw. tropische Gewächse).Diagramm 1: Durchschnittliche Tages und Nachttemperaturen in der Mongolei als Grundlage der jährlichen Vegetationsperiode (in etwa von Anfang Juni bis Ende August) Quelle: https://www.laenderdaten.info/Asien/Mongolei/index.php

Ausgehend von den klimatischen Bedingungen ergibt sich die jährliche Vegetationsperiode in der Mongolei von Anfang Juni bis Ende August und hat für die Wiederaufforstung zur Folge, dass eine Bewässerung ausschließlich in dieser Zeit unbedingt gewährleistet werden muss! In der Zeit außerhalb der Vegetationsperiode können die heranwachsenden Bäume schließlich auf die Wasserspeicher im Boden bzw. Wurzelwerk zugreifen.

In der Mongolei erzeugen diese klimatischen Bedingungen u.a. auch Steppen und Wüsten, welche sich idealerweise nicht für Wald oder Wiederaufforstungsprojekte eignen da hier jeglicher Schutz vor Wind fehlt, zu starke Sonneneinstrahlung vorherrscht sowie am wichtigsten eine ausreichende Menge an Wasser nicht zur Verfügung steht!

Des Weiteren ist auch zu bemerken, dass sich global betrachtet die Niederschläge (Regenfälle) in den Bereichen nahe der Ozeane und Meere ganzjährig ausgleichen und je weiter in das Landesinnere vorgedrungen wird, diese Niederschläge eher abnehmen. Für die Mongolei als Binnenstaat ohne Küsten bedeutet dies eine geringe Zufuhr von Regenwasser! Im Zusammenhang mit  der Betrachtung des mongolischen Staatsgebiets an sich, dient im Folgenden auch eine grobe Aufschlüsselung der Flächennutzungsarten der Mongolei:

 

Diagramm 2: Flächennutzungsarten der Mongolei (grobe Datengrundlage) Quellen: https://www.liportal.de/mongolei/ueberblick/; https://www.laenderdaten.info/Asien/Mongolei/index.php; https://www.goruma.de/laender/asien/mongolei/landkarte-geografie

Geschichtliche Ereignisse wie die Kommunistische Herrschaft mit starker planwirtschaftlicher Ausprägung bis 1991 (ehem. Mongolische Volksrepublik) und den anschließenden Systemwechsel hin zu einer Demokratie mit starken marktwirtschaftlichen Elementen (Waldwirtschaft u. Holzhandel), Bevölkerungsentwicklungen wie der anhaltende Zuzug in die Städte (gesteigerte Nachfrage nach Wohnraum und materiellen Gütern), das Anwachsen der Bevölkerung (wenn auch in geringem Maße in der Mongolei) sowie damit verbunden die illegale großflächige Kahlschlagrodung von Waldflächen (bspw. für Möbel und Häuserbau) ließen großflächig Waldstücke verschwinden. Auch der im Aufbau befindliche rechtliche Rahmen wie hier bspw. das Mongolische Waldgesetz zuletzt novelliert am 17.05.2012 (Zugriffsdatum 10.10.2020) konnte dieser Praxis – im wesentlichen – bisher nichts entgegensetzen. So lässt es hinsichtlich der Rodung von Waldflächen leider auch Interpretationsspielraum offen da es bspw. im § 35.1.2 die sogenannte „Säuberung“ zulässt. Als „Säuberung“ wird hier die Rodung durch „selektives Fällen ausgetrockneter, aufgrund von Brand, Schädlingsinsekten und Krankheiten verletzter  Bäume verstanden, welche ihre Überlebensfähigkeit verloren haben, um die Wälder zu reinigen und gesünder zu machen„. Dabei wäre gar keine Säuberung von Menschenhand notwendig weil das Totholz zur natürlichen Verjüngung des Waldes beiträgt indem es bspw. Windschutz bietet für die neu kommenden Wildlinge (Jungbäume). Durch die Zersetzung und Nährstofffreigabe der verbrannten – am Boden liegenden – Nadeln/Blätter wird zugleich neu entstehenden Wildlingen genug Nährstoff für dessen gesunden Aufwuchs eingeräumt. Das Gesetz lädt somit fast schon dazu ein, Wälder absichtlich in Brand zu stecken um dort illegal unter dem Vorwand der „Säuberung“ Bäume zu Roden bzw. Holz ernten zu können. In verbrannten Wäldern sollte jedoch gar kein Holzeinschlag / Holzernte erfolgen!

Aus Ansicht des World Garden Mongolia wäre demnach ein naturbelassener Waldaufbau / Waldverjüngung ohne menschliche Einwirkung am besten um vitale, klimaangepasste und widerstandsfähige Mischwälder aus Nadel und Laubbäumen zu erhalten.

Da jedoch der Mensch mit seinen unterschiedlichen Anforderungen (bspw. die Inanspruchnahme von Weideflächen für Viehwirtschaft, Holzbeschaffung für den Möbel- und Hausbau) grundsätzlich in den Naturbestand eingreift, gilt es – da wo es sinnvoll erscheint – gemeinnützig entgegenzuwirken. Die zivilgesellschaftlichen Vereinsaktivitäten des „World Garden Mongolia“ erklären sich unter anderem aber auch aus dem zu geringen Maß des staatlichen Steuer- und Regelungsbestreben hin zu einer nachhaltigen Waldwirtschaft in der Mongolei.

Um die Mongolei durch mehr Wälder grüner werden zu lassen ist, nach Ansicht des World Garden Mongolia bei jedem Waldaufforstungsprojekt ein mehrstufiger Ansatz zu wählen. Im folgenden beschreiben wir diesen Ansatz, sodass auch andere Akteure unser Wissen in Ihre eigenen Waldaufforstungsprojekte einfließen lassen können.

Mehrstufiger Ansatz für Wiederaufforstungsprojekte des World Garden Mongolia

1. „geografischen“ und „Vor-Ort“-Standort auswählen

An erster Stelle steht bei unserer Betrachtung die geografische Standortauswahl aus der Vogelperspektive. An zweiter Stelle steht die „Vor-Ort“-Standortauswahl aus der Mausperspektive. Für die Bewaldung kommen in der Mongolei eher Bergige-Regionen (Zone der Gebirgstaiga) in Frage, da hier der

Schutz vor Wind, Sonneneinstrahlung und weiteren Natureinflüssen

besser gewährleistet wird als in anderen Landschaftszonen (wie bspw. in der Zone der Waldsteppe, der Steppenzone, Halbwüsten- oder Wüstensteppenzone, Wüstenzone). Für diesen Zweck kann beispielsweise das Gelände betrachtet werden, oder auch anhand von Kartenmaterial eine grobe Standortbestimmung erfolgen (siehe folgende Karten):

Abb. 2. Vegetationszonen der Mongolei (nach Lavrenko et. al. 1979)
Quelle: Zoologische Botanische Gesellschaft Östereich / OÖ Landes-Kultur GmbH
(Werner Hilbig (2007): Die Vegetationszonen der Mongolei und ihre wichtigen Pflanzengesellschaften – Verhandlungen der Zoologisch-Botanischen Gesellschaft in Wien. Frueher: Verh.des Zoologisch-Botanischen Vereins in Wien. seit 2014 „Acta ZooBot Austria“ – 144: 119 – 164.)Abb. 3. Vegetationszonen der Mongolei in Farbe
Quelle: https://www.dena.de/fileadmin/dena/Dokumente/Pdf/3076_Laenderprofil_Mongolei_REG.pdf S.53)

Auf der Vegetationszonen-Karte in der oben aufgeführten Abbildung 2 würden sich demnach für die Wiederaufforstung bzw. Bewaldung die rot umzeichneten bzw. dunkler schattierten Regionen eignen, welche eher im Bergigen Norden der Mongolei zu finden sind (alpine Vegetation, Taiga sowie Bergsteppen und Waldsteppenkomplexe). Auf der Vegetationszonen-Karte in der oben aufgeführten Abbildung 3 sind dies die dunkelgrün(gestreiften) rot umkreisten Regionen (Taiga, Wälder – ohne weiß gekennzeichnete Gebirge).

Abb. 4 Höhenlinienkarte der Mongolei (nach Lavrenko et. al. 1979)
Quelle: Zoologische Botanische Gesellschaft Östereich / OÖ Landes-Kultur GmbH
(Werner Hilbig (2007): Die Vegetationszonen der Mongolei und ihre wichtigen Pflanzengesellschaften – Verhandlungen der Zoologisch-Botanischen Gesellschaft in Wien. Frueher: Verh.des Zoologisch-Botanischen Vereins in Wien. seit 2014 „Acta ZooBot Austria“ – 144: 119 – 164.)Abb.5 Höhenkarte der Mongolei (Quelle: https://www.liportal.de/mongolei/ueberblick/)

Abb. 6 topografische Karte der Mongolei (Quelle: http://www.weltkarte.com/typo3temp/images/topographische-karte-mongolei.jpg)

Auf der Höhenlinien-Karte in der oben aufgeführten Abbildung 4 würden sich demnach für die Wiederaufforstung bzw. Bewaldung eher die rot eingezeichneten bzw. dunkler schattierten Regionen eignen da hier von Gebirgen / Bergen / Hügeln auszugehen ist. Ebenso ist diese Art des Landschaftsbilds (Gebirge) auf den topografischen Karten der Abbildungen 5 und 6 durch die braun gezeichneten Regionen ersichtlich (weiß gezeichnete Gebirgsbereiche sind nicht für Bewaldungszwecke geeignet).

Darüber hinaus existiert eine sogenannte „Waldgrenze“ von etwa 400 m ü. NN bis etwa 2300 m ü. NN in denen Wälder klimatisch bedingt entstehen können, diese Höhenlage sollte unbedingt bei der Standortauswahl berücksichtigt werden.

Eine genaue Standortauswahl kann jedoch nur unter vorheriger, eigenständiger Begehung des Geländes ausreichend beurteilt werden!

Abb. 7 Mittlere Jahresniederschläge der Mongolei (nach Lavrenko et. al. 1979)
Quelle: Zoologische Botanische Gesellschaft Östereich / OÖ Landes-Kultur GmbH
(Werner Hilbig (2007): Die Vegetationszonen der Mongolei und ihre wichtigen Pflanzengesellschaften – Verhandlungen der Zoologisch-Botanischen Gesellschaft in Wien. Frueher: Verh.des Zoologisch-Botanischen Vereins in Wien. seit 2014 „Acta ZooBot Austria“ – 144: 119 – 164.)

Wird in der Abbildung 7 die Karte der Regenmenge (Mittlere Jahresniederschläge) der Mongolei betrachtet, so wird ebenfalls deutlich, dass es sich bei den höheren Landschaftslagen auch um die Zonen handelt in denen mehr Regenwasser zur Bewässerung zur Verfügung steht. Dieses Betrachtungsmerkmal hat somit ebenfalls einen Einfluss auf die Standortauswahl.

Fasst man nun die 3 Standortkriterien (Vegetationszonen Abb. 2 u. 3; Landschaftsstruktur bzw. Topografie Abb. 4, 5 u. 6; Niederschlagsmenge Abb. 7) zusammen so ergibt sich ein eindeutiges Bild wo genau in der Mongolei Wälder zu finden sein sollten bzw. wo diese – geografisch gelegen – Wiederaufgeforstet werden könnten.

Diese Schlussfolgerung wird u.a. auch durch eine satellitengstützte Beobachtung der Biomasse in der Mongolei verifiziert (siehe folgende Abbildung 8). Abb. 8 Biomasse in der Mongolei, Karte aus Sattelitendaten vom 01.07.2010 (mittels des Satellitensensors „MODIS“ – Moderate-resolution Imaging Spectroradiometer) Quelle: http://www.icc.mn/index.php -> Data catalog services -> http://119.40.97.75:8080/thredds/catalog/BIOMODIS2010/catalog.html (Institut für Meteorologie, Hydrologie und Umweltforschung der Mongolei – NATIONAL REMOTE SENSING CENTER)

Wie in der obigen Abbildung 8 weiter noch ersichtlich ist, begrenzt sich das, durch Flüsse durchzogene Gebiet der Mongolei eher auf den Norden des Landes. Dies ist insofern für Bewaldungsaktivitäten von Bedeutung da die Beachtung des Wasserkreislaufs bzw. der zur Verfügung stehenden Wasserressourcen für Bewässerungsaktivitäten während der Aufzucht der Jungbäume unbedingt beachtet werden muss. Der gemeinnützige Verein World Garden Mongolia zieht hier die – Bedeutung des Wassers für den Menschen – als Bewertungsmaßstab für dessen Nutzung heran. Ein kurzes Video erklärt dazu im folgenden den Wasserkreislauf:

Videodatei 1: der natürliche Wasserkreislauf
Quelle: https://www.zdf.de/dokumentation/terra-x/der-natuerliche-wasserkreislauf-creative-commons-clip-100.html

Wie im obigen Video über den Wasserkreislauf (Videodatei 1) deutlich wird gibt es verschiedene Arten von Wasser (Süßwasser und Salzwasser). Für Bewässerungszwecke von Pflanzen sind lediglich die 3% Süßwasser am Gesamtanteil der globalen Wassermenge nutzbar. Des Weiteren bestehen beim Süßwasser erhebliche Unterschiede für die Verwendung als Trinkwasser für den Menschen. Im Zuge verschiedener Nutzungskonkurenzen (Trinkwasserversorgung der Bevölkerung, Wasser für Land- und Viehwirtschaft, Kühlwasser für Industrieprozesse und Bergbau, usw.) ist es bei der Auswahl der Wasserquelle darum entscheidend ob es sich um Regenwasser, Oberflächenwasser aus Flüssen und Seen oder Grundwasser handelt. Da das Grundwasser durch mehrere Erdschichten gesickert ist bevor es sich im Grund ansammelt bzw. fließt und dadurch bereits eine Art natürlichen Filterprozess durchlaufen hat, ist es für die Trinkwassernutzung bereits von hoher Bedeutung.

Für Bewässerungszwecke sollte daher – wenn möglich – am ehesten auf Regenwasser, oder falls dieses nicht ausreichend zur Verfügung steht auf Oberflächenwasser aus Flüssen und Seen zugegriffen werden.

Im folgenden sind einige Beispiele von Landschaftsstrukturen aufgeführt wo Aufforstungen sinnvoll oder eher unrealistisch erscheinen:

Abb. 9 Steppe

hier ist die Bewaldung nicht empfehlenswert

Quelle: https://www.gadventures.de/blog/einzigartige-mongolei-landschaft-von-der-steppe-bis-in-die-berge

 

Abb. 10 Wüste (westliche Gobiregion)

hier ist die Bewaldung nicht empfehlenswert

Quelle: https://www.gadventures.de/blog/einzigartige-mongolei-landschaft-von-der-steppe-bis-in-die-berge

 

Abb. 11 Bergiges Gelände mit See oder Flussanbindung (Oberflächengewässer)

hier ist die Bewaldung empfehlenswert

Quelle: https://www.gadventures.de/blog/einzigartige-mongolei-landschaft-von-der-steppe-bis-in-die-berge

 

Abb. 12 Nationalpark (Gobi Gurwan Saichan)

hier ist die Bewaldung nicht gestattet

(siehe Artikel 8 mongolisches Waldgesetz; darüber hinaus existiert eine sogenannte „Waldgrenze“ von etwa 400 m ü. NN bis etwa 2300 m ü. NN in denen Wälder klimatisch bedingt entstehen können) Quelle: externer Link

 

2. Grundvoraussetzungen am Standort überprüfen u. schaffen

Um in der Mongolei erfolgreich Wald entstehen zu lassen benötigt es vor allem viel Zeit da die Vegetationsperiode (Wachstumsphase der Pflanzen) durch das karge Klima gerade einmal rd. 100 Tage im Jahr beträgt. Dies sorgt dafür das – aufgrund des geringen Wachstums pro Jahr – die Jahresringe der Bäume (Indikator für das Baumalter) dicht beieinander liegen und somit eine hohe Dichte des Holzes vorzufinden ist (siehe folgende Abbildung 9).

Abb. 9: Jahresringe einer Lärche Quelle: https://www.drechslermagazin.net/projekt/die-laerche/

Neben der zeitlichen Perspektive die ein Wiederaufforstungsprojekt in der Mongolei benötigt gibt es darüber hinaus aber auch noch weitere Grundvoraussetzungen die es zu gewährleisten gilt. Im Folgenden sind daher einige Risiken bzw. Maßnahmen dagegen aufgeführt:

  • Schutz vor der Staatsgewalt (Absprache mit Behörden vor Ort über die Zulässigkeit der Flächennutzung zur Wiederaufforstung – Genehmigung bzw. Übertragung der zuständigen Behörde vor Ort zur zweckgebundenen Nutzung notwendig)
  • Schutz vor Vieh-Fraß an den jungen Setzlingen -> Absprache mit Hirten über deren Weiderechte und Heuernte ist sinnvoll !!! Ggf. kann auch das Einzäunen der Setzlinge oder auch des gesamten Wiederaufforstungsgebiets für diesen Zweck notwendig u. sinnvoll erscheinen
  • Schutz vor menschengemachten Feuer -> zur Vermeidung von anthropogenen Waldbränden
  • Schutz vor Vertrocknung der Setzlinge in den ersten 5 – 8 Jahren (bis diese in etwa so hoch gewachsen sind wie ein durchschnittlich erwachsener Mensch – danach sind die Bäume meist ohne künstliche Bewässerung überlebensfähig – kontinuierliche „künstliche“ Bewässerung bis dahin ist jedoch erforderlich)
  • Schutz vor Schädlingen / Insekten welche die jungen Setzlinge befallen könnten
  • Schutz der Setzlinge vor Wind und Sonne durch natürliche Barrieren aus Fallholz / Ästen die am Boden liegen bleiben, vorhandene Baumstümpfe, Erderhebungen usw.
  • Schutz der technischen Komponenten vor Beschädigung / Ausfall (z.Bsp. Bewässerungssystem sollte vor Umwelteinflüssen wie bspw. starke Witterung, Starkregen, enorme Kälte, usw. geschützt und regelmäßig überprüft werden)
  • Beschaffung der passenden Ausrüstung und dessen Betriebskomponenten / Betriebsmittel (Fluss- / See-Wasserpumpe, Betrieb mit Erneuerbaren Energien wie bspw. Photovoltaikanlagen)
  • Schutz vor Diebstahl der Setzlinge, des Bewässerungssystems, der Ausrüstung vor Ort
  • richtige Auswahl der passenden Baumart für den Standort (siehe dazu auch folgende Tafelsammlung „Bäume und Sträucher der Mongolei “ des kooperierenden Diplomforstingenieurs Mafred Vesper – in Deutscher Sprache – )
  • Setzlingbeschaffung sowie richtige Pflanztechnik (siehe dazu auch den folgenden Leitfaden „Leitpfaden zum Pflanzen und zur Anlage einer Baumschule“ – in Deutscher Sprache – des kooperierenden Diplomforstingenieurs Mafred Vesper; ggf. zusätzlich entsprechende Beratung von staatlichen Akteuren oder wissenschaftlichen Einrichtungen einholen; Beispiel für die Setzlingbeschaffung Preisliste der Baumschule „Nogoon kharsh green castle LLc“ als Setzlinglieferant des World Garden Mongolia)
  • Sicherung der finanziellen Mittelbereitstellung durch bspw. Spenden, Sponsoring, eigenwirtschaftliche Tätigkeiten usw.

Sind die oben genannten Grundvoraussetzungen klar so gilt es diese durch Beschaffungsvorgänge, Absprachen und organisatorische Abläufe zu realisieren. Dazu ist es Sinnvoll sich über die verschiedenen Akteure zu informieren:

  • staatliche Behörden und wissenschaftliche Einrichtungen wie bspw. die Bezirksverwaltung zur Grundstücksüberlassung oder das Wasserressourcen und Umweltschutzzentrum und Universitäten für Beratungszwecke;
  • privatwirtschaftliche Lieferanten bzw. Unternehmen wie bspw. Baumschulen, Handwerksbetriebe, Ausrüstungsfachhandel usw.;
  • zivilgesellschaftliche Organisationen wie bspw. Verbände / Vereine / Stiftungen für den Erfahrungsaustausch bspw. Galsan Tschinak Stiftung http://galsan.info/; https://www.facebook.com/Galtaikhuu/

Darüber hinaus ist bei jeglichen Eingriffen in die Natur eine Gesamtbetrachtung vorzunehmen welche die ökologischen, wirtschaftlichen und sozialen Folgen bzw. Langzeitwirkungen abschätzt und nach Möglichkeit einen natur- und umweltfreundlichen Lösungsweg wählt. Die Nutzung der natürlichen Kräfte wie Sonnen-, Wind- und Wasserkraft ist bei jeder Aktion vorrangig gegenüber den Einsatz fossiler Energien zu wählen. Allübergreifendes Ziel ist es, der Natur mehr Lebensraum zurückzugeben bspw. durch vitale Wälder, Naturschutzgebiete usw.. Als Bewertungsmaßstab kann hier bspw. die gemessene Artenvielfalt pro Hektar herangezogen werden.

3. Pflege und Betreuung der Wiederaufforstungsfläche

Sind die oben genannten Risiken durch entsprechende Maßnahmen abgeschwächt bzw. nahezu beseitigt, so muss die kontinuierliche Pflege und Betreuung der Wiederaufforstungsfläche gewährleistet werden. Darunter versteht sich, dass die oben beschriebenen Grundvorraussetzungen zu jedem Zeitpunkt eingehalten werden können. Dies benötigt neben der Arbeitskraft von Unterstützern, Ehrenamtlichen und Vereinsmitgliedern auch finanzielle Mittel in Form von Spenden, Sponsoring und ggf. eigener unternehmerischer Tätigkeit wie bspw. Merchendising. In der Regel sind die oben genannten Maßnahmen solange zu gewährleisten bis die gepflanzten Setzlinge zu jungen Bäumen mit einer Höhe von ca. 2 – 3 Meter herangewachsen sind. Ab diesem Zeitpunkt ist – bei Beachtung aller oben genannter Arbeitsschritte – davon auszugehen, dass die Bäume nun selbst überlebensfähig sind. Dennoch bleiben gewisse Risiken wie bspw. durch Menschen gemachtes Feuer, illegale Abholzung, Diebstahl der Jungbäume über einen noch längeren Zeitraum hinaus bestehen. Um diese Risiken mit möglichst geringem Aufwand zu minimieren ist die Zusammenarbeit mit bspw. behördlichen Sicherheits- und Ordnungskräften ratsam. Für das Projekt am Bayanzurkh Gebirge des World Garden Mongolia besteht aus diesem Grund der Kontakt zum zuständigen Umwelt- und Naturschutz Ranger und dessen Team des Bezirks Bayanzurkh in Ulaan Bator Herrn Ts.Tsogbaatar – Ranger Nr. 11, Gruppenführer des Unterbezirks 20 im Bezirk Bayanzurkh, Deendii (siehe auch folgender Facebook-link).

 

Bei Fragen, Anregungen, Kritik und sonstigen Ideen stehen Ihnen das ehrenamtliche Team des World Garden Mongolia sehr gern zur Verfügung. Wir freuen uns auf Ihre Kontaktaufnahme.

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